Projekt DIGIWAY für mehr Sicherheit am Berg
Das Projekt, gefördert im Rahmen der Priorität 5 „Abbau von grenzüberschreitenden Hindernissen“ harmonisiert und vernetzt Wanderwegsdaten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino für innovative, digitale Sicherheitslösungen.
Wer in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino eine Bergtour plant, stößt oft auf eine Grenze: unterschiedliche Datenformate, verschiedene Schwierigkeitsskalen für Wanderwege und lückenhafte Informationen. Genau hier setzt das Projekt DIGIWAY an. Kofinanziert durch die Europäische Union, arbeitet die Europaregion in Zusammenarbeit mit dem NOI Techpark daran, diese digitalen Hürden abzubauen und die Sicherheit beim Wandern und Bergsteigen maßgeblich zu erhöhen. Das Projekt ist Teil der Interreg-Priorität V, die darauf abzielt, administrative und sonstige Hindernisse in Grenzregionen zu beseitigen. Unterschiedliche digitale Standards stellen genau ein solches Hindernis dar und DIGIWAY überwindet diese Barrieren, indem es eine gemeinsame und verlässliche Datengrundlage schafft.
Von Januar 2024 bis voraussichtlich Juni 2026 arbeitet das Projektteam an mehreren greifbaren Ergebnissen, die auf den offiziellen Daten der drei Länder basieren:
- Eine einheitliche Datenbasis: Erstmals werden die offiziellen Geodaten der Wanderwege aus Tirol, Südtirol und dem Trentino in einem einzigen, harmonisierten Datensatz zusammengeführt. Dieser wird nach Projektende als frei zugängliche Open Government Data (OGD) veröffentlicht, sodass auch Dritte darauf aufbauend neue Anwendungen entwickeln können.
- Objektive Gefahrenbewertung mit „Kovacs-Layers“: Es wird ein innovatives GIS-Modell entwickelt, das objektive Gefahrenpotenziale direkt auf der Karte sichtbar macht. Zwei Layer zeigen auf einem 2,5-Meter-Raster die generelle Ausgesetztheit eines Wegabschnitts sowie die konkrete Sturzgefahr im Nahbereich. Dies ermöglicht eine deutlich präzisere Risikoeinschätzung.
- „Übersetzung“ der Schwierigkeitsgrade: Um die unterschiedlichen Bewertungssysteme (z.B. SAT-Skala in Italien vs. Tiroler System) vergleichbar zu machen, wird ein Übersetzungsmodell entwickelt. Es bewertet Wege anhand von technischer Schwierigkeit, Gefährdung und alpinen Risiken und ordnet ihnen vergleichbare Werte zu.
- Automatisierte Softwarelösung: Die gesamte Datenharmonisierung erfolgt nicht manuell, sondern über eine dynamische, GIS-basierte Software. Diese wird so konzipiert, dass sie mehrsprachig nutzbar ist und Aktualisierungen der offiziellen Wegedaten in Echtzeit verarbeiten kann.
Durch die enge Einbindung von Akteuren wie Bergrettungsdiensten und Alpenvereinen wird sichergestellt, dass die entwickelten Lösungen praxistauglich sind und einen echten Mehrwert für die Sicherheit in den Alpen bieten. Mehr zum Projekt DIGIWAY: DIGIWAY – Geodaten für Sicherheit am Berg | Europaregion Euregio – Tirol – Südtirol – Trentino