Abschluss des Projekts INDIALPS
Wie lassen sich Tourismus und Naturschutz vereinen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt INDIALPS. Seit 2024 wurden Konzepte entwickelt, um Gästeströme in den Naturparken Dobratsch und Julische Voralpen sowie den Tourismusregionen Villach und Tarvis nachhaltig zu steuern.
Am 18. März 2026 wurden die Ergebnisse im Villacher Bambergsaal vorgestellt. Sie zeigen, wie moderne Besucher:innenlenkung und grenzüberschreitende touristische Angebote Hand in Hand gehen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Rückblick auf zwei Jahre intensiver Zusammenarbeit der Partner aus Kärnten, Friaul und Venetien. Erarbeitet wurden Neuerungen in der Besucher:innenlenkung, barrierefreie Angebote sowie die Idee eines Drei-Länder-Friedensparks.
Im Naturpark Dobratsch definierten engagierte Projektteilnehmende aus Alpenverein, Grundbesitzer:innen, Jägerschaft, Naturschutz und Partnerbetrieben den Ganzjahrestourismus neu, während im Naturpark Julische Voralpen Auswirkungen von Outdoor-Aktivitäten analysiert wurden, um einen Leitfaden für nachhaltiges Handeln zu erstellen. Die Tourismusregion Tarvis startete einen intensiven Prozess zur Ausweitung der Region mit dem GSTC-Zertifikat für nachhaltige Destinationen.
Die wissenschaftliche Grundlage für die Arbeiten lieferten die FH Kärnten sowie die Universität Padua mit einer groß angelegten Studie, die einen multimodalen Ansatz verfolgte. Die Ergebnisse aus der umfassenden Untersuchung der Besucher:innenströme erlauben es den Naturparken künftig, noch gezieltere Maßnahmen für das Besuchermanagement umzusetzen.
Ein zentraler Aspekt nachhaltiger Regionalentwicklung ist auch der sensible Umgang mit heimischer Natur- und Kulturlandschaft und ihrer Fauna. Um die komplexen Dynamiken zwischen Menschen und Wildtieren besser zu verstehen, gab es als besonderes Highlight des Abends einen hochkarätigen Fachvortrag des renommierten Wildbiologen Paolo Molinari (Progetto Lince Italia – Universität Turin) mit dem Titel „Wolf, Bär, Luchs und Naturtourismus“.
Das Projekt wurde am nächsten Tag mit einer informativen Exkursion in den Naturpark Dobratsch abgeschlossen, wo bereits ein Teil der Ergebnisse vor Ort begutachtet werden konnte.